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Zentraler Omnibusbahnhof: Mit dem Bus nach Berlin

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Am Funkturm in Charlottenburg ist er: Der Zentrale Omnibusbahnhof, kurz ZOB genannt. Der ZOB ist Dreh- und Angelpunkt in Berlin, wenn es um internationalen Reiseverkehr geht. Auf einer Größe eines halben Fußballfeldes gibt es zirka 25 Haltestellen; dafür drei Ticketverkaufsstellen und einen Imbiss. Im dazugehörigen Hauptgebäude sitzen weiter die Angestellten der Verkehrsleitzentrale und ein Warteraum für Fahrgäste wurde eingerichtet. Vorteil am ZOB: Der Reisende gelangt in Länder, deren Namen ihm vielleicht bislang noch gar nicht bekannt waren. Nachteil: Genau so sieht es am ZOB aus. Der 60-er-Jahre-Look ist vielleicht unangebracht für solch einen internationalen Ankunftspunkt mitten in der Hauptstadt, aber sein Zweck kann das eventuell wieder entschuldigen:

 

Die Busse, die vom ZOB fahren, tuckern in 34 Länder und dort an über 350 Ziele; vom ZOB aus kann man sogar nach Kasachstan reisen. Und dieses Angebot wird gerne genutzt; so stieg das Verkehrsaufkommen binnen der letzten Jahre um knapp 35 Prozent! Waren es 2001 noch 2,2 Millionen Reisende, konnte diese Zahl im vergangenen Jahr auf stolze 3,2 Millionen Fahrgäste ansteigen. Diese Zahlen und die Tatsache, dass täglich bis zu 290 Busse hier abgefertigt werden, belegen: Der Zentrale Omnibusbahnhof am Funkturm ist deutschlandweit einer der wichtigsten seiner Art.

Es ist nicht jedermanns Sache, mit dem Bus nach Berlin zu reisen. Die Anreise zum ZOB ist anstrengend; Busse haben nun wirklich kein idyllisches Flair. Und doch lohnt es sich: Von Paris nach Berlin zahlt man 75 Euro - und geht schonend mit der Umwelt um, wie auch das Umweltbundesamt bestätigte. Der Energieverbrauch ist im Vergleich mit allen anderen Reisemitteln, also Auto, Flugzeug und Bahn, am geringsten. Daraus folgend ist auch der Schadstoffausstoß so reduziert, wie nur irgend möglich und über den Spritverbrauch lohnt sich das Nachdenken gar nicht. Das Flugzeug hat zwar ungeahnte zeitliche Vorteile, aber der Bus vom ZOB Berlin nach München braucht auch nur acht Stunden - Staus ausgenommen, nur an diesen kommt der Reisende auch mit dem besten Auto nicht vorbei.

Noch etwas macht den Zentralen Omnibusbahnhof in Berlin zu etwas ganz Besonderem: Hierzulande gibt es per Gesetz die Vorschrift: Befördert die Bahn die Reisenden bereits im Inland, dürfen Haltestellen mit dem Bus nicht bedient werden. Seit 1931 gilt dieses Gesetz - Berlin allerdings ist davon ausgeschlossen, was in seiner Historie begründet liegt. Es ist absehbar, dass der Bus als Reisemittel immer mehr an Bedeutung gewinnt, weshalb man von einer europaweiten Auflösung des Gesetzes ausgehen kann, aber noch hat die Hauptstadt hier einen Sonderstatus. Der Geschäftsführer der für den ZOB zuständigen Internationalen Omnibusbahnhof-Betreibergesellschaft, Stefan Christian, weiß, dass Bahn und Bus eigentlich keine Konkurrenz sein können: "Dabei stellt der Busreisefernverkehr permanent unter Beweis, dass die genehmigten Linienverkehre nur in einem sehr beschränkten Umfang Kunden von der Bahn gewinnen", sagt er und spielt damit auf sein Unverständnis an, dass die Bahn in Sachen Personenverkehr eindeutiger Platzhirsch ist, der sich sein Revier nicht streitig machen will.

Der Zentrale Omnibusbahnhof am Funkturm in Charlottenburg: Nicht gerade bequem, aber unglaublich praktisch und sparsam. Das trifft nicht nur das Gelände vom ZOB selbst, sondern auch das Reisen im Bus. Praktisch und preisgünstig oder bequem und budgetlastig? Das entscheidet noch immer der Fahrgast selbst. Die erste Kombination jedenfalls beschreibt den ZOB wohl am besten.