Bio-Renaissance in Neukölln
Geschrieben von: Bianca Ziegler
Berlin News - Berlin: Kiez, Politik, Gesellschaft
Direkt am Landwehrkanal darf es gerne mal etwas kindisch zugehen: Ines Djampour und Ulf Binder haben ein Kindercafé eröffnet. Das rudimarie. Den Namen hat ihr gemeinsames Baby durch den Hund eines Freundes. Und die beiden? Die waren mal Filmemacher und haben sich mit dem Kindercafé rudimarie einen kleinen Traum erfüllt. Am Eck zum Landwehrkanal, wo sie auch wohnen.
Hier fehlte ein Café, meinte das Paar und eröffnete kurzerhand eines, was gerne von den Bewohnern Neuköllns angenommen wird. Hier wird Limonade selbst gemixt, während junge Eltern ihren Latte Macchiato schlürfen. Gemütliche Stimmung wie im Wohnzimmer - ein beliebtes Flair in Neukölln. Außerdem im Angebot: Eigens gebackener New York Cheese Cake, Erbsensuppe mit Biobrot. Und für die Sprösslinge gibt es einen "Kindercapuccino" - eine Tasse mit aufgeschäumter Milch für vierzig Cent. Das Konzept des Cafés stimmt. Nebenan gibt es noch gesundes Bio-Eis.
Klein-Prenzlberg irgendwo zwischen Kreuzberg und Neukölln? Mag sein, aber die Besucher des Kindercafés rudimarie brauchen noch keinen Designer-Kinderwagen. Neukölln ist echt und trotzdem szenig - und soll auch so bleiben, meinen viele. Auch wenn Bio hier immer mehr Einzug hält. Bio ist in Neukölln auch nicht wie in Prenzlberg. Deshalb haben sich auch Roland Heine und Inken Planthaber mit ihrem "Kleinen Buddha" hier niedergelassen. Bio-Kaffee und -Kuchen gibt es immer und oft ist auch die Küche besetzt. Hin und wieder kommen Veranstaltungen dazu. Urpsrünglich zog es das Paar von der Ostsee ins pulsierende Berlin; auch dort wurde ihre Bio-Kost angenommen. Aber es war Zeit, neue Wege zu gehen und mal zu schauen, wie lange die beiden Berlin aushalten, meint Roland. Die Bio-Renaissance in Neukölln: Es passt hier her, irgendwie.
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