"Und niemals vergessen ...
Geschrieben von: Bianca Ziegler
... Eisern Union, Eisern Union, Eisern Union!" - so dröhnt der heilige Schlachtruf aus den wiedererbauten Hallen der Alten Försterei, dem Stadion des 1. FC Union. Seit Anfang August darf sich der Verein in der 2. Bundesliga beweisen, wobei den Fans fast egal zu sein scheint, ob ihre Mannschaft nun verliert oder gewinnt. Die Alte Försterei und der 1. FC Union sind mit ihren Fans etwas Einzigartiges!
Im Stadion der Köpenicker Traditionskicker gibt es vor Spielbeginn keine Stadionshow mit Werbung und Gewinnspielen, sondern hier finden Männer zusammen, hier wird über Fußball diskutiert, hier trifft man Freunde. Ja, Männer finden zusammen - obwohl Frauen immer häufiger den Weg in andere Stadien finden, ist die Alte Försterei von männlichen Zuschauern dominiert. Die White Stripes, Peter Fox oder U2 ballern aus den Stadionlautsprechern, während die Fußball-Vorstimmung schon das Stadion füllt. Ein bodenständig-uriges Stadion, in dem es um das Eigentliche geht: Fußball.
Sowohl Verein, als auch Fans kommen aus der Arbeiterklasse; Metallbauer und Schlosser haben mit "Eisern Union" eine Familie gefunden, deshalb auch der Schlachtruf. Etablishment jeder Art wird in der Alten Försterei gerne ignoriert: Als zur Stadion-Neueröffnung der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Außenminister Frank-Walter Steinmeier anwesend sind, erwähnt Stadionsprecher Christian Arbeit das mit keiner Silbe. Wohl aber wird Gabriele Schöttler, Bürgermeisterin Treptow / Köpenick, tosend willkommen geheißen.
Und wie geht's weiter? Vereinschef Dirk Zingler plant den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Die Fans meinen, Union passt von seinem ehrlichen Arbeiter-Charakter eher in die "Klopperliga". Wird sich in den kommenden Spielen zeigen, wer seinen Willen bekommt.
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